GER
04.08.12 - 05.08.12
Sternberger Finn Regatta
1,1
Sternberger Seglerverein e.V.
Jochen Quandt
Bölower Camp 21
19406 Sternberg
Telefon 03847/2711
Fax 03847/444513
www.sternberger-seglerverein.de
Am Ende blieb es bei einem Rennen. Bei einer leichten Brise aus SW zogen am Samstag die Finnsegler ihre Bahnen auf dem Sternberger See. Zuvor hieß es zwei Stunden: „Warten auf Wind“. Aber dann ging plötzlich alles ganz schnell. Alle waren schnell an der Startlinie, der Kurs war gelegt und auch das große Starterfeld von wieder 38 Booten übte Disziplin. Völlig ungewöhnlich für uns „heiße Meute“, denn bereits der erste Start war „sauber“.
Die rechte Seite der langen Startlinie schien bevorteilt und ich reihte mich dort in Startbootnähe ein. Mein Frühstart vom Schwielochsee (in gleicher Position) im Kopf machte mich so vorsichtig, dass ich mit wenig Geschwindigkeit die Starlinie passierte. Dennoch, nach dem ich in Fahrt kam, sah alles doch recht gut aus. Bis, ja bis dann der befürchtete Linksdreher kam. Der war zum Glück nur von kurzer Dauer und ich rettete mich dann über rechts noch auf Platz 7 bis zur ersten Tonne.
Wie im vergangenen Jahr Nadine wie „Phoenix aus der Asche“ kam und uns um die Ohren segelte, war es diesmal unser Leichtwindspezialist Jürgen. Als sei er fünf Minuten früher gestartet, kam er allein, überraschend, pfeilschnell, sicher ein Grinsen im Gesicht über die linke Anliegelinie in unser Blickfeld und passierte mit Abstand als erster die Luvtonne. Nun hieß es, den „Floh vom Schwielochsee“ zu fangen.
Und daran machte sich kein geringerer als der frischgebackene OK-Weltmeister André, der natürlich nach der ersten Kreuz vorn mitmischte. Die beiden Raumstrecken waren sehr spannend, nicht nur wegen des Rennverlaufs, sondern auch deshalb, weil die Schiedsrichter über die Jahre immer allergischer auf unkontrollierte Bewegung des Bootes oder des Segels reagieren. Die Frage war also, wen würde es als ersten erwischen? Wie weit konnten wir „gehen“, ohne aufzufallen.
Und dann kam er, der Pfiff. Keiner wollte die Segelnummer, die von der Jury durch die doch so stille Sternberger Seenlandschaft gebrüllt wurde, hören. Alle schlossen ihre Ohren. Aber dann war klar: GER 13! Und wie er ja so ist, unser Ekki, vollkommen ahnungslos und mit seinem unübertreffbaren, unschuldigen Gesichtsausdruck, drehte er seine Kringel. Jetzt musste ich aber, natürlich nur im Stillen, so vor mich hin grinsen. Denn kurz zuvor hatte mich Ekki des gleichen Regelverstoßes bezichtigt, natürlich vollkommen unbegründet und aus der Luft gegriffen.
Nach der zweiten Kreuz, der Vorwindstrecke und der Zielkreuz hat „Budze“ es dann kurz vor dem Ziel doch wirklich noch geschafft, den Floh (ab)zu fangen. Auch ich konnte mich auf den dritten Platz nach vorn segeln. Peter und die Lokalmatadore Eddy und Erik folgten auf den Plätzen.
Der Wind, zwischenzeitlich kurz vor dem einschlafen, hatte sich wieder gefangen und aufgefrischt. Der Grund war eine aufziehende gewittrige Schlechtwetterfront, die sich später als harmlos herausstellte. Dennoch entschied die Wettfahrtleitung: an Land und warten (mit Kaffee und dem superleckerem Kuchenangebot der Sternberger Mädels!!) Eine nicht zu kritisierende Entscheidung, da sich der Wind auch nicht so recht für eine Richtung entscheiden konnte. Später schlief er wieder ein und gesegelt konnte nicht mehr werden. Und auch am Sonntag: Windmangel und zeitiges Ende der Veranstaltung mit der Siegerehrung und tollen Preisen.
Auf das Rahmenprogramm und die Gastfreundschaft des Sternberger Segelvereins möchte ich diesmal nicht näher eingehen, sondern nur sagen: „Es war wie immer ganz toll bei euch, liebe Sternberger! Der beste Beweis dafür ist die nun schon über Jahre hohe Teilnehmerzahl. Ich bin mir sicher, dass wird auch künftig so bleiben. Wir freuen uns schon heute auf das erste Wochenende im August des kommenden Jahres.
GER 701, Klaus-Dieter Götz