Finnwelle

ITA

02.08.14 - 03.08.14

Internationale Turmregatta

keine RL

Reschenseeregatta

Veranstalter:

Segel Club Aegeri SCAe

             www.scae.ch
Segelverein Reschensee

             www.segelverein-reschensee.com
Segelverein Kalterer See

             http://www.svks.it

Internationale Turmregatta Reschensee (ITA) 2/3 August


Häufig schon bin ich an ihm vorbeigefahren auf dem Weg zum-  und vom Gardasee,   immer schaute ich auf schönen Wind auf dem segelbootfreien See am Reschenpass ( für die Nordlichter:  Pass zwischen Landeck und Meran). Viel häufiger noch hörte ich in weinseliger Stimmung Schwärmereien vom legendären Schi&Sail  und anderen Regatten auf dem Reschensee mit über 100 Finns am Start.
Nachdem aber seit mehr als 20 Jahren am Reschensee keine Regatten und gar kein Segeln mehr stattfand, haben einige Schweizer vom SC Aegeri aus der Zuger Region  gemeinsam mit einigen einheimischen Graunern ( so heisst die Gemeinde im Vinschgau die am See liegt ) vor einigen Jahren beschlossen die Segelei am See wieder zu reaktivieren. Letztes Jahr fand bereits die SM der 470er am See statt und die Fireballs waren auch schön häufiger dort. Im letzten Jahr fand ein kleiner Testevent mit den Finns aus Kaltern statt.
In  diesem Jahr wurde  die Finn-Regatta am norditalienischen Reschensee aktiv durch die Kalterer Segler (und Verein) beworben und offiziell ausgeschrieben.  Endlich hatte ich also Gelegenheit das Revier mal vom Boot kennenzulernen.
Von der Reichenau erreicht man den Reschenpass bereits nach kurzweiligen 190 Kilometern, damit ist der See ´nur wenig weiter entfern als Stuttgart und eine am schnellsten zu erreichenden Regatten für uns Bodenseeler.
Deshalb waren auch am Freitagabend schon die Bodensee-Segler parat als ich ankam, Hans Fatzer und Urs Huber hatten als „Ost-Üfler“ eine noch kürzere Anreise als ich.  Wir waren allerdings auch die einzigen Finnisti die den Regattavorabend schon am See genossen, ansonsten schwärmten nur ein paar (F)ire-Ball-Segler auf dem kleinen Gelände herum.
Stellplätze sind genügend auch für WoMos vorhanden, ein kleiner Sandstrand mit danebenliegender Slipstrasse wird als Slipanlage genutzt.  Dusche und WC gibt’s im Mini-Clubhaus nebenan. Im Regattazelt gab es sogar schon Bewirtung.  Gleich nach der Ankunft wurde mir von einem Lokal ein Glas Weißwein in die Hand gedrückt und mir die Vorzüge des Sees erklärt:   Im Jahr 2013 gab es wohl nur 4 ! Tage Flaute ansonsten immer passablen bis starken Wind.
Tatsächlich ist der Reschensee auf 1500 Meter Höhe das wohl windsicherste Revier in den Alpen, das warme Vinschgau auf der Südseite und das Schroffe Tirol auf der Nordseite garantieren Luftbewegung bei Sonne Bei schlechterem Wetter findet  über dem  Pass der Druckausgleich der Nord- und Südalpen statt. Das bedeutet, dass man anders als bei Thermik-Revieren der Alpen auch bei bedecktem - oder Regenwetter Wind hat aus Süd- oder Nord.
Am Samstag gesellten sich dann noch 14 Italiener aus Kaltern und vom Mittelmeer zu uns, und so konnten 17 Finnisti an den Start gehen.
Es waren 8 ! Wettfahrten für das Wochenende ausgeschrieben und so rechnete ich mit Kurzwettfahrten auf dem See.  Nach langem Warten auf das Startsignal bei nicht grade hochsommerlichen Temperaturen ( Wasser 12-13 Grad  Luft gefühlt genauso ) kam da aber die harte Wahrheit heraus:
Bei 15- 20 Knoten Wind dauerte der erste Lauf 1 Stunde und 48 Minuten, inklusive einigen Minuten Stillstand da das Feld um den Markkanten Kirchturm segeln musste und da aus der Flaute auf das schäumende Wasser auf dem See schauen durfte.
Glücklicherweise wurden die darauffolgenden Wettfahrten etwas kürzer und dauerten nunmehr „NUR“ noch um die 70 – 80 Minuten.  Das ganze wie gesagt bei anstrengenden 4 Windstärken  und wenig Welle, die einem beim Pumpen half.  Nach 3 Wettfahrten beschlossen die Finns dann auch gemeinsam den Tag zu beenden und ließen die Fireballs die letzte Runde noch alleine drehen.
Die 3 Wettfahrten bei nahezu perfekten Bedingungen reichten jedoch mit  Gesprächs- und Muskelkaterstoff für das Regattaessen völlig aus, allgemeines Geschwärme für das tolle Segelrevier machte sich breit.
Am Sonntag wieder dieselben Bedingungen, bereits um 9:00 Uhr kündigte der Wettfahtleiter 4 Wettfahrten bei 4 Windstärken aus Süd an, wiederum fuhren die Finns nach 3 herrlichen Wettfahrten die jetzt auch nur noch knapp eine Stunde dauerten nach Hause. Um die ersten Plätze wurde hart gekämpft Florian Demetz und ich gewannen am Sonntag  je eine Wettfahrt, in Lauerstellung war der Junior Leopold Starke, der zwar an der Kreuz nur mit Mühe mithalten konnte, dafür aber Vorwind genug Power hatte immer wieder in die Spitze zu gleiten.
Im dritten Lauf waren dann Florian und ich etwas früh über die Startlinie gefahren, ich befreite mich, indem ich brav zurücksegelte und dann hinter dem gesamten Feld auf die Kreuz ging.
Das Gesamte Feld fuhr zur bis dahin immer bevorzugten rechten Seite des Sees, von hinten konnte ich allerdings erkennen, dass das dieses mal anders aussah und so fuhr ich einfach durch die Mitte an die Luvtonne, kam bereits als 4. Oben an und konnte dann noch als 3. durchs Ziel gehen. Florian als erster, aber er wurde ja wie bereits geahnt mit einem OCS bestraft. Mit 3 ersten Plätzen wäre Florian ohne Zweifel als erster auf das Podium gestiegen, da wir aber natürlich unsere Streicher durch das eigenmächtige Heimsegeln gebraucht hatten, zählte sein OCS voll in die Wertung und er wurde nur zweiter vor Leopold Starke.
Fazit:
Der Reschensee ist ein hervorragendes Segelrevier, mit perfekten Windbedingungen.  Die Gastgeber sind freundlich und sichtlich bemüht.
Leider hat der Schweizer Verein, der das ganze initiierte nicht nur seine Wettfahrtleitung nach Oberitalien exportiert sondern auch die Schweizer Preise:  68,-- Euro Startgeld für ein Wochenende mit Abendessen ohne Getränke ist dann doch übertrieben  viel für uns Europäer.
Die professionelle Bewirtung im Regattazelt war zwar ebenfalls sehr  freundlich aber ließ sich leider offensichtlich in Preisfragen auch von den Schweizern beraten- entsprechend war die Verweildauer im Zelt recht kurz – um die Geldbörse nicht allzu sehr zu strapazieren.
Das Vinschgau ist durch sehr gutes und preiswertes Essen und Trinken  bekannt, da hätte ich jetzt was anderes erwartet. Muss ja nicht gleich so wie in Kaltern sein, aber irgendwo zwischen Kaltern und St. Moritz liegt da wohl die Wahrheit ( und der See ).
Die Reibereien mit der Regattaleitung zum Schluß waren nicht grade sportlich von den ( unberechtigt) protestierenden Seglern, aber auch extrem unprofessionell von der Regattaleitung behandelt worden. ( Ein schnelles Abweisen des Wiedergutmachungsantrages wäre innerhalb von Minuten möglich gewesen, und hätte nicht verhandelt werden müssen)
Im nächsten Jahr haben wir die Zusage von den Kalterern die auf Italienischen Grund von einer Italienischen Regattaleitung zu italienischen Preisen mit italienischen Essen und Getränken zu veranstalten. Damit  sollten sich die Preisfrage und die Regattaleitungsprobleme geklärt haben.
Denn es wäre wirklich schade, wenn so ein tolles Revier nicht wieder fester Bestandteil des Regattakalenders werden könnte. Die Überschneidungen mit dem bayrischen Kalender sollte dann wohl auch vermieden werden können. Denn egal wer die Regatta ausschreibet die Schweizer oder die Italiener : Tollen Wind werden wir sowieso haben, das ist jetzt schon sicher.
Euer Bollo GER 19

 

zurück

Regattentermine August 2026

GER

02.08.14 - 03.08.14

GER

02.08.14 - 03.08.14

ITA

02.08.14 - 03.08.14

GER

16.08.14 - 17.08.14

GER

16.08.14 - 17.08.14

GER

16.08.14 - 17.08.14

AUT

23.08.14 - 24.08.14

GER

30.08.14 - 31.08.14

GER

30.08.14 - 31.08.14

GER

30.08.14 - 31.08.14

DEN

30.08.14 - 02.09.14

to top