Finnwelle

09.08.13 - 11.08.13

Polish Finn Masters Championship Sopot

keine RL

2013 Polish Finn Masters Championship Sopot 09. bis 11.August


Ein flyer für diese Serie lag in La Rochelle bei den diesjährigen Masters aus. Nach einem längeren Gespräch  mit Jan Okulicz ,meinem polnischen Mitstreiter bei den Legenden in La Rochelle, war ich neugierig. Im nächsten Jahr finden dort bekanntlich die World Masters statt. Da lag es nahe, vorab einmal das Revier, den Klub mit Land und Leuten kennen zu lernen.
Also per mail gemeldet, Hotel organisiert - alles problemlos einfach. Die Anreise - ca. 1000 km doch recht lang veranlasste mich an der Oder einen Zwischenstopp einzulegen. Über Stettin ging es dann noch ca. 360 km bis Sopot/ Danzig. Im Großraum Stettin war es noch eine 4 spurige Autobahn, danach kam aber eine recht gut ausgebaute und befahrbare 2 spurigeAutostraße Nr. 6. Aber Achtung: für Gespanne gilt in Polen 80 km/h und in den zahlreichen Ortschaften die zu passieren waren dann 50 km/h. Übrigens: in fast jeder Ortschaft konnte ich eine stat. Radarfalle ausmachen.Also man braucht für die Fahrt durch Polen etwas Zeit. Man kann auch über die neue Autobahn Wismar/Rostock/Stralsund und dann über Swinemünde/Polen fahren. Dies habe ich auf der Rückreise gemacht. Ist auch problemlos und ca. 70 km kürzer. Aber: in Swinemünde muß man mit einer kostenlosen Autofähre rüber. Das kann zu Zeitverzögerungen führen. Von Swinemünde ist dann die Anbindung an die 6 nach Sopot auch gut befahrbar.
Sopot ist wohl der polnische Badeort an der Ostsee. Es war noch Ferienzeit, entsprechend belebt war alles. Auffallend viele junge Familien mit Kindern waren dort. Unterkünfte in allen Kategorien gibt es dort. Die Restaurants sind allerbest mit für uns doch recht niedrigen Preisen. Das Bier ist gut, 0,5 ltr- 2 Euro!!Bei unserer Ankunft Segelklub Sopot dann ein großes Hallo!
Der junge Klubsekretär Piotre Oleksiak spricht fließend englisch, die meisten vor Ort sprechen aber auch deutsch. Der Segelklub Sopot ist eine großzügige neue Anlage aus 2002. Es wird dort viel Ausbildung und Regattatätikeit betrieben, allerdings überwiegend im Surfbereich. So fand eine Woche vorher eine Surf WM mit über 300 Teilnehmern aus 30 Ländern statt. Die Stellmöglichkeiten für Wohnmobile sind auf dem Klubgelände doch sehr limitiert, aber genau neben dem Klub, direkt am Wasser gelegen, ist ein riesiger Campingsplatz. Dieser soll auch für die Masters genutzt werden.
Zur Polnisch Open Masters hatten 22 Teilnehmer gemeldet,davon 20 POL, 1 LTU und 1 GER. Unter den Seglern waren auch jüngere sowie Jung Masters bis Legenden dabei. In der Ergebnisliste seht ihr hinter jedem Namen den Geburtsjahrgang.
Die kompetente Wettfahrtleitung lag in der Hand der Tochter von Jan Okulicz frühere poln. Spitzenseglerin bei den 470ern. Ihr Sohn wiederum gehört heute zur poln. Finn Spitze und will sich für Olympia in Rio qualifizieren.
Am ersten Wettfahrttag konnten wir 3 Läufe durchführen. Der Kurs, up and down mit Ablauftonne und Tor in Lee, lag parallel zur Küste. Aufgrund der noch hohen Sommertemperaturen kam es immer wieder zu Einflüssen vom heißen Ufer her. Mir fehlte der Durchblick etwas, aber naja - Schwamm drüber. Dann kam das Gewitter mit nachfolgendem Regen und erheblicher Abkühlung.
Am 2. Tag war an Segeln nicht zu denken. Wir haben aber den Tag touristisch genutzt. Jan Okulicz mit Frau haben uns die Kathedrale von Danzig Oliva gezeigt und dort konnten wir ein Konzert auf der weltberümten Orgel hören. Es lohnt sich - ein noch nie gehörtes Klangerlebnis !  Und dann natürlich Danzig - die Altstatt ist mit allem drum und dran wieder im alten Glanz aufgebaut worden. Allein das zu sehen war die Reise wert. Dazu kam, daß genau an diesem Wochenende in Danzig Stadtfest war. Musikbühnen - Rummel ohne Ende. Dennoch konnten wir mein Auto problemlos mitten drin parken.
Der ereignisreiche Tag endete mit einem Grillfest am Segelklub. Die polnische Gastlichkeit ist Legende. Die Grillade mit Fleisch und Wurst war toll, Bier floß in Strömen. Es war eine wunderbare Gemeinschaft. Leider lerne ich wohl kein polnisch mehr.
Am Sonntag dann ein Segeltag vom feinsten. Der ablandige Wind brieste mächtig auf, sicherlich manchmal auf 25 kn. 3 Wettfahrten haben wir geschafft.Insgesamt wurde ich 6ter. Siehe auch die Ergebnisliste. Den 1. Legendenpreis durfte ich mit nach Hause nehmen. Unsere polnischen Finn-Freunde können gut segeln, auch wenn bei Einigen das equipment nicht nach neuestem Stand ist, ist es nicht einfach vor diesen Burschen zu sein.Wir haben dort viel schönes erlebt, Finn-Segler getroffen aber Finn-Freunde verlassen.

Bei den Masters im nächsten Jahr will der Klub dann 20 junge Leute anheuern, die beim zuwassserlassen behilflich sein sollen. Es kann ja auch auflandiger Wind mit entsprechender Welle sein. Dann braucht man Hilfe. Der Sandstrand läuft übrigens mehr als 10m seicht in die Ostsee bevor es tief wird. Die Boote sollen dann alle am Strand unter Bewachung stehen bleiben. Der Standplatz soll mit Matten stabilisiert werden. Es soll auch ein umfangreiches Damenprogramm geben, mit einem Besuch von Danzig, Schiffsfahrten etc. Hörte sich sich alles gut an, ich bin mal gespannt.

Friedrich GER 146

 

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