Finnwelle

GER

31.08.13 - 01.09.13

Lindenblatt Chiemsee - Süddeutsche Meisterschaft

1,2

Wassersportverein Fraueninsel e.V.

GeschäftsstelleHaus Nr. 52
83256 Frauenchiemsee
Tel.: 0861-164368
Tel.: 08054-7001 (Clubhaus)
Email: meldung[at]wvf-chiemsee.de
Homepage: www.wvf-chiemsee.de

Süddeutsche Meisterschaft 2013
 
"Die Insel", ja "Die Insel" - Ein Begriff in der Finnszene für sportliches Segeln, gepaart mit einer guten Portion Urlaubsflair, was für uns Hobbysegler ja oft den gleichen Stellenwert hat, wie die harten Kämpfe auf dem Feld der Ehre. Es gibt wohl kaum einen Club, wo man sein mobiles Heim besser parken kann, als auf den Wiesen neben dem Clubhaus des Wassersportvereins Fraueninsel, mit Blick auf den Chiemsee und die dahinter liegenden Berge. Wie sagte Rudi Mair einst da immer "Mei, stähd ma do schee!"

Gut, für meine gelegentlichen Spontanabreisen jetzt eher ungeeignet. Für mich hats ja immer ein bisserl was von Alcatraz, wenn ich da von der Fähre abhängig bin, wenn ich nach Hause will, von daher liegt der letzte Besuch schon etwas zurück, aber ich muß sagen, es is wirklich a Schmarn, wenn ma da ned hinfährt. Den Ausschlag für den Besuch nach langer Zeit gab letztendlich ein frisch, erworbenes Boot, das Tags zuvor abgeholt wurde und natürlich die Neugier, wie fährts, wie reagierts, wie fühlt es sich an. *sabber

Ein altes 96er Mader in absolutem Bestzustand, die Tanks noch mundgeblasen und die Schoten noch handgeflochten. Eine antike Form, die nicht mehr existiert. Ein Sammlerstück, daß jedem Finnsüchtigen ein Strahlen ins Gesicht zaubert. Es wurde mit einem ersten Platz in Lauf Eins eingeweiht, womit wir auch schon bei den exquisiten Wettfahrten wären. 
Lauf Eins und Zwei am Samstag war mal wieder so richtig etwas zum Dreher mitnehmen, was die Herzen von mir, Kalle und Jürgen höher schlugen ließ. Es war ein herrliches Kuddelmuddel mit permanenten Verschiebungen, schnelle Reaktion und perfekte Manöver waren gefragt. Jürgen hat beide Läufe angeführt und mußte sich in beiden Läufen doch noch geschlagen geben. Einmal durch eine hergestellte Überlappung von mir am letzen Leefaß und beim zweiten Mal ist ihm Kalle in Lee durchgeflutscht auf den letzten Metern ins Ziel. Im zweiten Lauf war phasenweise richtig gut Druck. Der dritte Lauf startete dann mit Verzögerung. Das erste Wolkenband war durch und es strichelte. Der Wind drehte hin und her, kam dann aber noch einmal zurück. Es wurde allerdings etwas unwägbarer. Die zweite Kreuz stellte dann die Reihung in Lauf drei auf den Kopf. Der bis dahin Führende Martin Mitterer rutschte als größter Leidtragender bis auf Rang 9 zurück. Großer Profiteur war Peter Raderschadt, der gegen den Strich einen Linksschlag riskierte und dann tatsächlich mit noch weiter nach links drehendem Wind das Luvfass erreichte, bevor der Wind wieder stark nach rechts zurückdrehte. Man muß sagen, die Wettfahrtleitung hat das Maximum aus den Bedingungen rausgeholt und das Juryboot hatte die mitunter etwas zapplig im Boot agierenden Tschechen gut im Griff. Tschechien - Eine der vier Nationen, die hier am Start waren.
 
An Land wars dann am Samstagabend, wie immer, perfekt. Ca. 100 Liter Freibier wurden im Rahmen von Bip´s Geburtstagsfeier gezapft. Die gebrateten Renken mit Kartoffeln und Gemüse hatten schon fast was von einem Nobelsegleressen. Meinen Appetit hats direkt so angeregt, daß ich noch einen Hackbraten beim 20 Meter entfernten Inselwirt nachgeschoben habe. :) Morgens gabs dann noch ein Frühstücksbuffet. Die Traudl hatte dabei tatkräftige Unterstützung von Frau Wormstall und anderen angereisten Seglerfrauen. Am Sonntag dann ein weiteres Rennen bei leichtem Sitzwind, das wieder Peter Raderschadt für sich entscheiden konnte. Ein paar Katholiken, die am heiligen Sonntag gelegentlich die Teilnahme verweigern sind an Land geblieben.
Während die gottesfürchtigen Waginger geschlossen Psalme virtuos gen Himmel beteten, machten die Heiden das Rennen auf dem Chiemsee unter sich aus. Gesamtsieger wurde Jürgen Eiermann ohne Wettfahrtsieg, aber mit konstanter Serie. Kalle befindet sich nach durchwachsener Saison, in der er ständig mit dem Material hadert, auf dem Wege der  Besserung und wird Zweiter.
Der Angriff von Peter Raderschadt mit zwei Laufsiegen in den Läufen drei und vier kam zu spät, es reichte letztlich zum Gesamtdritten.
 
In Erinnerung bleibt "Die Insel ist eine Reise wert!"
 
Alfons H.
GER 82

(Alfons H. i. V. für Peter R. (Er schreibt ned so gern))

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